Syndikalismus abseits der Großstädte – Vorträge in Freiberg und Weesenstein dieses Wochenende

25. Oktober 2019 | 19 Uhr |  Freiberg, Schillerstraße 3 | Vortrag: „Anarchosyndikalistische Gewerkschaftsarbeit und Arbeitskämpfe“  | Linksjugend & Junges Netzwerk Freiberg | kostenlos

27. Oktober 2019 | 11-14 Uhr | Schloss Weesenstein | Rudolf Mühland spricht, Daniel Minetti liest. – Anarchie, was ist das? | 17.50 € / 12.50 €

Vortrag: „Anarchosyndikalistische Gewerkschaftsarbeit und Arbeitskämpfe“

Ankündigung der Veranstalter_innen: Die Linksjugend Freiberg und das Junge Netzwerk Freiberg beschäftigen sich nicht nur mit den Freiberger Zuständen und wie diese überwunden werden können. Wir stellen uns auch den Fragen nach dem politischen System an sich, dessen Sinnhaftigkeit und fragen nach Alternativen.

Die FAU ist eine bundesweit aktive anarchosyndikalistische Basisgewerkschaft. Das wir uns diesem Thema widmen bedeutet nicht dass sich das Netzwerk als ganzes dem Spektrum zuordnet, aber einige von uns sind diesem gegenüber aufgeschlossen.

Während der Veranstaltung üben die Linksjugend Freiberg und das Junge Netzwerk in den von uns gemieteten Räumlichkeiten das Hausrecht aus. Personen, welche in der Vergangenheit durch rechtsextremistische, rassistische, homophobe, antisemitische, sexistische oder andere menschenverachtende Äußerungen bzw. durch ihre Zugehörigkeit zum rechten Spektrum aufgefallen sind, werden der Räumlichkeiten verwiesen.

Anarchie, was ist das?

Ankündigung der Veranstalter_innen: Es gibt kaum einen Begriff, der widersprüchlicher benutzt wird als die Anarchie. Einerseits wird sie uns als Chaos, Unordnung, Gewalt beigebracht. So erfahren wir allenthalben von der „Anarchie auf den Straßen“ (Focus, 18.10.2015) oder davon, dass „Anarchie am Horn von Afrika“ herrscht (Die Welt, 07.06.2011), um nur zwei Beispiele zu nennen.

Andererseits begegnet uns die Anarchie in der Kunst und Kultur. So ist dieses und jenes positiv anarchistisch oder dieser oder jener Künstler ein „Anarchist“. Das Abendblatt postulierte am 13.04.2004 gar „Jeder Künstler ist Anarchist“. So erklärt der Deutschlandfunk am 31.08.2017 Castorfs Volksbühne zu „Ausgezeichnete(n) Theater Anarchisten“. Und dann gibt es natürlich noch die Vorstellung von „freier Liebe“ als ungezügeltem Sex oder eines übersteigerten Egoismus, dem unter dem Schlagwort „Anarchie“ einfach alles erlaubt scheint, und vieles andere mehr. Aber was ist eigentlich Anarchie nun wirklich?

Rudolf Mühland aus Düsseldorf, seit Jahren als freier Redner zu Themen der Arbeiterbewegung, des Syndikalismus und der Anarchie tätig, räumt diese Vorurteilen aus und beschreibt als Grundprädikate des Anarchismus Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und Selbstverantwortung der Individuen, sowie die Ablehung sowohl Herrschaft des Menschen über den Menschen als auch die Unterdrückung und Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Unterstützt wird er durch Daniel Minetti, der Passagen von Emma Goldmann, einer bekennenden Anarchistin, sowie Gandhi, Tolstoi, Kafka u.v.a. liest.

[ssba]