Feministischer 1. Mai | Prolet:innen aller Gender, vereinigt euch!

[english below]

Feministischer 1. Mai – Völlig fertig mit dem Patriarchat

Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit, nicht nur der bezahlten Lohnarbeit. Es ist der Kampftag nicht nur bestimmter ArbeitER, sondern aller Lohnabhängigen, Prolet:innen und Prekarisierten. Es ist also auch unser Tag als lohnabhängige Lesben, Frauen, inter, trans, nichtbinären und agender Personen.

Wir arbeiten in prekären Jobs, die unsere Körper und Psychen zerstören, sind vom Jobcenter abhängig, sind (allein) für Kinder verantwortlich, pflegen Angehörige und Freund:innen. Unsere Arbeit wird nicht wertgeschätzt, nicht gesehen, sie ist schlecht bezahlt oder gar nicht bezahlt. Wir füllen ständig Versorgungs- und Sorge-Lücken und sind dabei strukturell ärmer als andere. Unsere Körper und unser Geist werden ausgebeutet, erst recht, wenn wir außerdem rassistisch oder anders mehrfach diskriminiert werden, umso schlimmer, wenn wir gerade direkt mit Krieg konfrontiert oder auf der Flucht sind.

Krisen werden schon immer auf unseren Rücken abgeladen. Wir sind sowieso schon völlig fertig mit dem patriarchalen Normalzustand. Ökologische Krise, Corona, Krieg, Flucht, Inflation kommen noch oben drauf. Wenn alles teurer wird, Wohnen, Heizen, Essen; und wenn öffentliche Gelder in die Bundeswehr fließen, statt in soziale und ökologische Auffangstrukturen, haben wir die doppelte und dreifache Arschkarte.

Unsere Stärke werden wir nicht dadurch zeigen, dass wir immer mehr schaffen und tragen und aushalten. Sondern indem wir gemeinsam aufhören, unter diesen Umständen weiterzumachen. Weil wir so nicht arbeiten können, weil wir so nicht leben wollen! Deshalb lasst uns gemeinsam für große Streiks und deren mögliche Folgen wappnen, Schritt für Schritt. (Aus aktuellem Anlass: Solidarische Grüße an die Kolleg:innen im Sozial- und Erziehungsdienst!)

Mit großen transnationalen Streiks können wir nicht nur höhere Löhne oder bessere Tarifverträge durchsetzen, sondern auch allgemeinere politische Ziele, z.B.:

  • Reiche (in der Mehrzahl immer noch weiße cis Männer) sollen für die wirtschaftlichen und ökologischen Krisen zahlen.
  • Sofortiges Ende der Kriegshandlungen der autoritären Regime Russlands und der Türkei
  • Aufnahme und Unterstützung aller Geflüchteten unabhängig von Staatsangehörigkeit und Geschlecht
  • Ende der Gewalt gegen Queers und Frauen (Take back the night!)
  • Sorge-Arbeit soll gerecht verteilt sein – im Kleinen wie im Großen.
  • Weniger Arbeit für alle, bei vollem Lohn, d.h. höchstens 20 Stunden pro Woche!

Am Ende müssen wir, um diese Krisen zu überwinden, das kapitalistische Wirtschaftssystem als Ganzes überwinden, und unser Leben und Arbeiten selbstbestimmt in unsere eigenen Hände nehmen. Was würdet ihr gern durchsetzen, was muss sich ändern? Am 8. März war viel zu wenig Zeit für feministische Utopien, also geht es am 1. Mai weiter. Kommt mit euren Freund:innen, Familien, Kolleg:innen, Genoss:innen und Liebsten, mit Kissen, Ständen, Büchern, Snacks etc. um 14 Uhr zum Albertplatz (Artesischer Brunnen) zur Anarchistischen 1. Mai Kundgebung.
Wir freuen uns auf den Austausch mit euch.

Prolet:innen aller Gender, vereinigt euch!
Eure AG Feministische Kämpfe in der Gewerkschaft FAU

Aufruf zum GlobalMayDay / als PDF
– Aufruf zum Streik gegen den Krieg: “1st of May. Strike the War. For a Transnational Politics of Peace” (via Transnational Social Strike Platform)

 

„Feministischer 1. Mai | Prolet:innen aller Gender, vereinigt euch!“ weiterlesen

Feministische Kämpfe zum Hören: Vortrag und Podcast zu Feminismus und Gewerkschaft

Mit etwas zeitlicher Verzögerung erreichen euch jetzt Dinge zu Anhören, die von feministischer Gewerkschaftsarbeit bzw. klassenbewusstem Feminismus handeln.

Wir als AG Feministische Kämpfe in der FAU Dresden gehen immer mal wieder mit einem Vortrag auf Tour, der von zwei Paar Schuhen und einer wunderbaren Freundschaft handelt. Fem und Syndi, unsere lieben lästernden Freund:innen, begleiteten uns schon an verschiedene Orte, in wechselnder Besetzung und inhaltlich mit uns mitwachsend. Zuletzt war der Vortrag am 15.10.21 bei der FAU Leipzig zu Gast. Davon gibt es eine Aufnahme, die ihr euch hier anhören könnt: Vortrag Feminismus und Syndikalismus (danke für den Schnitt an die FAU Leipzig, und liebe Grüße an die AG Fem der FAU Leipzig!)

Außerdem bringen wir uns in den bundesweiten Arbeitskreis fem*FAU ein, der Feminist:innen aus verschiedenen FAU-Syndikaten zusammenbringt. Zu Fragen feministischer Organisierung in der FAU hat der Podcast ‚Übertage‘ aus dem Ruhrgebiet einige Fragen gestellt. Der am 16.01.2022 veröffentlichte Beitrag steht euch hier zur Verfügung: Übertage Podcast Folge 47: über die FEM*FAU in der Freien Arbeiter*innen Union

Viel Freude beim Hören! Wenn ihr Gedanken dazu, Widerspruch oder Zuspruch habt, meldet euch gern bei uns 🙂

 

Online-Workshop: feministischer politischer Streik

Nach dem 8. März ist vor dem 8. März. Und eine feministische Streikbewegung muss weiter gehegt und gepflegt werden, um tatsächliche Schlagkraft zu entfalten.

Um das übers Jahr weiterzudenken und zu entwickeln, machen unsere Genoss_innen von der AG 8M der FAU Berlin am 28.03.2020 ab 15:00 Uhr einen Aufschlag mit einer super spannenden Veranstaltung zum politischen Streik.

Es wird um folgende Themen gehen:

Warum ist es wichtig, zu streiken? Wie kann Streik unsere Probleme lösen?
Was ist die aktuelle juristische Situation in Deutschland was Streik im allgemeinen und politischen Streik im speziellen angeht?
Wie könnte ein feministischer politischer Streik aussehen? Was könnten Strategien sein, um unsere Forderungen (z.B. den 4-Stunden-Arbeitstag) durchzusetzen?

Die komplette Ankündigung findet ihr auf der Website der FAU Berlin.

Meldet euch mit einer Mail an faub-frauenkampftag [ät ] fau.org an.

Außerdem wollen wir euch hier noch mal auf das großartige Radio-Feature der AG 8M zum 8. März hinweisen. Das findet ihr hinter diesem Link.

8M: Nicht zurück zum Normalzustand!

Aufruf und Einladung zum Feministischen Streikposten am 8. März 2021

English Version

Her mit den Rosen, her mit dem Applaus, aber vor allem: her mit dem schönen Leben!

Das Traumpaar Patriarchat und Kapitalismus hat auch ein Jahr nach Pandemiebeginn nicht mehr zu bieten als Applaus? Wir schon – und das müssen wir auch! Denn: für uns Frauen und Queers ist jeden Tag Krise – und das nicht erst seit Corona.

Corona zeigt lediglich, was vorher schon unerträglich war und nur funktioniert hat, weil insbesondere wir Frauen*/FLINTA[1] in abgewerteten, unterbezahlten, aber „systemrelevanten“ Berufen alles gegeben haben, ohne dafür wahrgenommen zu werden. Corona hat den Begriff „Systemrelevanz“ hervorgebracht und zumindest kurz haben alle hingesehen – auf total abgewertete Sorge- und Pflege-Arbeit und die Menschen, die sie machen – und applaudiert. „8M: Nicht zurück zum Normalzustand!“ weiterlesen

Internationaler Aktionstag #UnitedAgainstTheDragon am 27.11.2020

Solidarisch mit den ehemaligen Textilarbeiter*innen von Dragon Sweater und gegen den Konsumwahn!

Dieser Aufruf wurde von der FAU und IWW in Hamburg, in Progress Braunschweig sowie der Arbeitsgruppe Asien der Internationalen Konföderation der Arbeiter*innen (IKA) initiiert. Er ist auch auf Englisch hier zu finden.

„Internationaler Aktionstag #UnitedAgainstTheDragon am 27.11.2020“ weiterlesen

[PM] Durstexpress: Nach dem Klatschen kommt die Kürzung

Leipzig, den 25.10.2020 — Pressemitteilung der FAU Leipzig

Im Leipziger Standort des Getränkelieferanten Durstexpress versammelten sich am 15.10.2020 bei Schichtbeginn 17 Teilzeitbeschäftigte vor dem Niederlassungsleiter Patrick G., um gemeinsam aktiv ihre Arbeitskraft anzubieten. Nachdem noch vor wenigen Wochen infolge der Covid-19-Pandemie auch die Durstexpress-Mitarbeiter*Innen zu „Essential Workers“ erklärt und beklatscht wurden, erfolgte prompt eine Kürzung der angebotenen Schichten um bis zu 50%, wodurch sie seit Oktober nicht einmal die ihnen garantierten Wochenstunden erarbeiten können. Es drohen existenzbedrohende Lohnausfälle. Gleichzeitig wurden Gewerkschaftsvertreter*Innen der FAU vom Standortleiter Patrick G. widerrechtlich des Geländes verwiesen, gewerkschaftliches Informationsmaterial verboten und eingesammelt.

„[PM] Durstexpress: Nach dem Klatschen kommt die Kürzung“ weiterlesen

22.9.: Fahrraddemo ‚tour de classe‘ in Solidarität mit kämpfenden Näher_innen in Bangladesch

22. September | 17 Uhr | ‚Lidl‘ am Bahnhof Neustadt | danach Vortrag zu Klimawandel und Kapitalismus an der Kreuzkirche

Die befreundete Basisgewerkschaft Garment Workers‘ Trade Union Center (GWTUC) in Bangladesch kämpft seit Jahren um bessere Bedingungen beim Textil-Unternehmen Dragon Sweater. In der Corona-Krise wurden 6000 Arbeiter_innen, v.a. Gewerkschaftsmitglieder, entlassen, tausende warten auf ausstehende Löhne. Die FAU und andere Basisgewerkschaften machten bereits mit einem Aktionsmonat Druck, nun setzen wir in Dresden die Aktionen fort und besuchen die Profiteuer_innen Lidl und New Yorker mit einer Fahrraddemo. „22.9.: Fahrraddemo ‚tour de classe‘ in Solidarität mit kämpfenden Näher_innen in Bangladesch“ weiterlesen

Sich wehren lohnt sich! Über 3100,- im Konflikt mit TagZwei erstritten

Im Konflikt mit der TagZwei-Bäckerei haben wir nach einer Kundgebung und Informationskampagnen unter Minijobber_innen in der Neustadt nun den Unternehmer J. Zscheile zum Einlenken bewogen. Beim Gütetermin vor der III. Kammer des Dresdner Arbeitsgerichtes stimmte er am Freitag einem Vergleich in unserem Sinne zu: Die gekündigte Kollegin erhält 3100,- € Abfindung und Lohnnachzahlung, die fristlose Kündigung wurde in eine ordentliche Kündigung umgewandelt, die Kollegin erhält ein wohlwollendes Arbeitszeugnis. „Sich wehren lohnt sich! Über 3100,- im Konflikt mit TagZwei erstritten“ weiterlesen

Arbeitskonflikt in TagZwei-Bäckerei: Standards einhalten – Gegen Arbeitsbedingungen von vorgestern

 

Aktuell befinden wir uns in einem Arbeitskonflikt mit dem Chef der TagZwei-Bäckerei auf der Kamenzer Straße. Das Unternehmen vertreibt Backwaren anderer Bäckereien vom Vortag, um der Lebensmittelverschwendung entgegen zu wirken. Eigentlich ein schönes Konzept. Leider sind auch die arbeitsrechtlichen Auffassungen des Chefs von Vorgestern. Die FAU Dresden fordert die Auszahlung ausstehender Löhne, die Auszahlung von Urlaubsentgelt und die Rücknahme eine illegalen Kündigung für eine Beschäftigte. Wir raten Kund_innen zu überlegen, ob sie während der Dauer des Arbeitskonfliktes wirklich die Bäckerei aufsuchen wollen und bitten um rege Teilnahme an der Protestkundgebung am 24. Juli um 15 Uhr auf der Kamenzer Straße 42b (vor dem Laden). Außerdem freuen wir uns über solidarische Begleitung der Güteverhandlung am 31. Juli um 10:45 Uhr vorm Arbeitsgericht Dresden, Hans-Oster-Straße 4. „Arbeitskonflikt in TagZwei-Bäckerei: Standards einhalten – Gegen Arbeitsbedingungen von vorgestern“ weiterlesen