12.5.22: Demonstration zum Tag der Pflegenden

In der Pflege für bessere Arbeitsbedingungen zu streiken, ist ziemlich schwer. Umso mehr sind die Beschäftigten  auf die Solidarität anderer angewiesen, um ihre Forderungen laut auf die Straße zu bringen. Deshalb unterstützen wir den Aufruf vom Dresdner Bündnis für Pflege zur Demonstration am 12. Mai,  16:30 Uhr am Trinitatisplatz:

– Mehr Personal in Krankenhaus und Altenpflege!
– Bessere Bezahlung!
– Stopp aller Schließungs- und Kürzungspläne!
– Gesundheitswesen und Pharmaindustrie in öffentliche Hand – Gesundheit darf keine Ware sein!
– Bedarfsgerechte Finanzierung statt Gewinnstreben – Menschen statt Profite!

Die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie wichtig ein gut funktionierendes Gesundheitswesen ist. Dafür kämpfen wir bereits seit Jahren.
Doch statt endlich die wichtigen grundlegenden Änderungen vorzunehmen, bleibt alles wie es ist oder wird noch schlimmer:

– die Fallpauschalen sind noch da
– der Personalmangel hat sich verstärkt
– in Tarifrunden wollen Arbeitgeber nichts rausrücken, Pflegekräfte werden mit einmaligen Prämien abgefrühstückt
– stattdessen werden Notdienstanweisungen herausgegeben, wo tarifliche Regelungen aufgeweicht werden (Holen aus dem Frei, längere Arbeitszeiten, Verkürzung der Quarantäne, usw., )
– noch mehr Pflegekräfte als zuvor wollen dem Beruf den Rücken kehren

Damit muss jetzt endlich Schluss sein!
Pflegecomebackstudien zeigen, dass genug Pflegekräfte vorhanden wären bzw. zurück kommen würden, wenn sich endlich die Bedingungen ändern würden. Über 90% der Bevölkerung sind dafür, dass das Gesundheitswesen in öffentliche Hand gehört und keine Profite erwirtschaften sollte.

Es ist verständlich, dass Beschäftigte und Patient:innen sich von der Politik verraten fühlen. Die Krise wird auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen, während Klinik- und Pharmakonzerne weiter Gewinne machen.

Allerdings wird es mit rechten Kräften wie AfD und Freien Sachsen keine Verbesserungen im Gesundheitswesen geben. AfD und Freie Sachsen sind weiterhin für Wettbewerb im Gesundheitswesen und in der Altenpflege. Sie sind für private Betreiber und gegen gesetzliche Regelungen zur Personalbemessung oder verpflichtende Tarifverträge. In Dresden haben sie den Bettenabbau am Standort Dresden Neustadt befürwortet, im Erzgebirge haben sie für die Fusion von vier Krankenhäusern gestimmt und damit für Tarifflucht.

Wenn wir Verbesserungen erreichen wollen, schaffen wir das nur, indem wir uns gewerkschaftlich organisieren und gemeinsam kämpfen. Gemeinsam heißt: alle Berufsgruppen, aus Krankenhäusern und Pflegeheimen und unabhängig von Herkunft, Religion und Hautfarbe. Nur solidarisch können wir unsere Kraft entfalten und zeigen, dass die Grenzen zwischen oben und unten verlaufen.