Aufruf zum feministischen Streikmobil 2020

SEXISMUS
Es ist 2020 und doch sind Benachteiligungen und Einschränkungen aufgrund von Geschlecht
nicht überwunden. Berufe im sozialen und gesundheitlichen Bereich, in dem hauptsächlich
Frauen arbeiten, werden noch immer schlechter bezahlt als Berufe in männer-dominierten
Branchen. Insgesamt sind die Löhne (21%) und Renten (44%) für Frauen durchschnittlich

geringer. Auch weil sie öfter in Teilzeit arbeiten, um unbezahlte Arbeit im Haushalt oder
Kindererziehung bewältigen zu können, vor der sich die Partner oft drücken. Auch sexuelle
Selbstbestimmung ist nicht gegeben. Verhütungsmittel stehen nicht kostenlos zur Verfügung
und die Entscheidung gegen eine Schwangerschaft wird nach wie vor durch Regeln im
Strafgesetzbuch (§218) kriminalisiert. Schönheits- und Verhaltensnormen bauen immer noch
massiven Druck auf und schränken Menschen aller Geschlechter ein. Auch Diskriminierung
queerer Personen sowie sexistische Kommentare bis hin zu sexualisierter Gewalt gehören
2020 noch zum Alltag vieler Menschen.

WI⁠DERSETZEN

Warum sollten wir das weiterhin Tag für Tag hinnehmen? Still schweigen, während doch alles
still stehen würde, wenn wir uns dieser Normalität widersetzen würden? Die Gesellschaft, der Staat und die profit-orientierte Wirtschaft sind auch von der Arbeit von Frauen und queeren
Personen abhängig. Wenn wir streiken, bauen wir den größten Druck auf, um etwas zu
verändern, da ohne uns nichts mehr funktioniert. Auch außerhalb Deutschlands wächst die
feministische Streikbewegung, so legten im vergangenen Jahr in Spanien 5 Millionen und in
der Schweiz 500.000 Menschen durch Schul- und Arbeitsverweigerung das Land lahm. Auch in
Dresden gab es im letzten Jahr einige Streikcafés, Kundgebungen und das Streikmobil für
Schüler_innen und Auszubildende, das für Gleichberechtigung von Schule
zu Schule demonstriert ist. Denn natürlich sind auch die Schulen
nicht frei von Sexismus.

M⁠IT ⁠DIR

Auch in diesem Jahr, werden wir uns in der Stadt Raum nehmen und an einigen Schulen
vorbeikommen um Widerstand in den sexistischen Alltag zu bringen. Wir werden Probleme
thematisieren, Kondome verteilen und uns den Tag für unsere Forderungen nehmen. Von
uns wird erwartet, dass wir unsere Ausbildungen abschließen, weil wir später als
Arbeitskräfte gebraucht werden. Also können auch wir Druck gegen Sexismus aufbauen,
wenn wir nicht in der Schule sind und stattdessen unsere Forderungen laut auf die Straße
bringen. Das hat Fridays For Future gezeigt. Es ist unsere Zukunft, also liegt es an uns für
sie zu kämpfen und sie zu gestalten.
Schließ dich dem Streikmobil an – für eine gleichberechtigte Zukunft und freie Entfaltung für alle!

Wir sind…
…gegen Rollenbilder, die uns einschränken und zur Verzweiflung bringen
…für sexuelle Selbstbestimmung & freien Zugang zu Verhütungsmitteln
…gegen sexistische und queer-feindliche Kommentare und Belästigungen
…für die Aufwertung “frauen-typischer” Berufe & für eine Arbeitswelt, die sich an den Bedürfnissen aller orientiert

 

Schwarze Rose – Schüler_innengewerkschaft der Freien Arbeiter_innen Union Dresden
Wir organisieren uns gewerkschaftlich und unterstüzen uns gegenseitig in unserer Position
als Schüler_innen, Auszubildende oder Jugendliche. Wir tauschen uns aus und planen gemeinsam Aktionen, um an unseren Schulen, Ausbildungsplätzen und in der Gesellschaft
auf verschiedene Themen aufmerksam zu machen und für eine emanzipatorische,
solidarische und basisdemokratische Gesellschaft zu kämpfen!
Unser offenes Treffen ist die Alternative Schüler_innenvernetzung: jeden 3. Mittwoch im
Monat, 16:00 bis 18:00 Uhr.

Demo am 6.4.: Dresdens Mietenwahnsinn stoppen!

6.4. | 14 Uhr | Postplatz Dresden | Website Bündnis

Wie in vielen Großstädten steigen die Mieten in Dresden rasant. Viele Menschen können sich ihre Wohnung kaum mehr leisten. Andere müssen in günstigere Viertel ziehen. Sie werden aus ihrem Umfeld verdrängt, damit einige Wenige mit ihren Immobilien hohe Gewinne erzielen. Während die Löhne seit Jahren auf dem selben Niveau bleiben, wird der Anteil der Miete an den monatlichen Kosten immer größer. Ist die Miete gerade noch bezahlbar, wird sie bei kleinen Einschnitten zur existenzbedrohenden Belastung. Weiter lesen „Demo am 6.4.: Dresdens Mietenwahnsinn stoppen!“