Leere Häuser bewohnen und beleben, nicht Besetzer:innen bestrafen! Solidarität im Putzi-Prozess

In der Corona-Krise können immer mehr Menschen ihre Miete nicht zahlen. Wer schon vor Corona auf der Straße leben musste, oder wer sich in seiner Wohnung nicht sicher fühlen kann, sah sich konfrontiert mit der zynischen Aufforderung, zu Hause zu bleiben, um sich und andere zu schützen. Eigentlich sollte spätestens das die Augen dafür öffnen, wie absurd die Wohnungsfrage von einer kapitalistischen Wirtschaft beantwortet wird. Hotels, Ferienwohnungen, Airbnb-Appartements und Häuser stehen leer, während Geflüchtete in Lagern und Unterkünften zusammengepfercht leben müssen, andere ungeschützt auf der Straße. Auch Räume für diverse kulturelle Aktivitäten fehlen oft, doch Platz für ein Parkhaus findet sich immer noch irgendwie.
Nun gibt es einige Leute, auch genannt „Tiere“, die aus all diesen Absurditäten den Schluss ziehen, in leere und ungenutzte Häuser einzuziehen, sie zu bewohnen und zu beleben. Das geschah zum Beispiel im Januar diesen Jahres in der „Putzi“ in der Königsbrücker Straße. Viele fanden das super, doch nicht alle. Nach vier Tagen räumte die Polizei die Gebäude. In der Folge erhielten einige Beteiligte Strafbefehle wegen Hausfriedensbruchs und gemeinschaftlicher Sachbeschädigung. Gedroht wird auch mit hohen Geldstrafen. Auch Mitglieder der FAU Dresden sind davon betroffen. Weiter lesen „Leere Häuser bewohnen und beleben, nicht Besetzer:innen bestrafen! Solidarität im Putzi-Prozess“

PREKARITÄT, KUNST UND CORONA / EIN STATEMENT + FÜNF GRAFIKEN / VON CINDYCAT

Es war einmal, da gab es bei uns in der FAU Dresden eine Branchengruppe Kunst / Kultur. Sie nannte sich CindyCat. Bekannt ist sie euch vielleicht als Einladende zu Vernetzungs-treffen, als Mitdiskutantin auf Veranstaltungen, als Herausgeberin von Kunstarbeiter-Fragebögen oder Selbsttests wie aus der Bravo (dt./engl.).
Als sich einige der Beteiligten in verschiedene Städte und Länder verstreuten, löste sich die Gruppe auf. Schade für die FAU Dresden. Weiterhin arbeiten einige unserer Mitglieder im Kunst- oder Kulturbereich, aber bislang hat sich noch keine neue Branchengruppe gebildet. Warum eigentlich nicht? Weil wir Anarchist:innen sind und deshalb nichts von oben oder für andere beschlossen wird. Dinge passieren nur, wenn Leute von unten damit anfangen. Wenn ihr euch als Kulturarbeiter:innen gewerkschaftlich organisieren wollt, stellen wir gern unsere Strukturen und Ressourcen zur Verfügung.
Zurück zu CindyCat. Die Dresdner K&K Branchengruppe hat sich als solche zwar aufgelöst, aber ein paar Beteiligte sind weiterhin international miteinander in Kontakt und agieren unter Umständen auch gemeinsam. Beispielsweise riefen sie am 8.März 2019 unter dem Titel „No more devotion!“ zum Künstlerinnen*-Streik auf. Nun, geschädigt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie, konnten sie sich auch wieder nicht zurückhalten. Es entstanden ein Pamphlet und fünf Grafiken, letztere in Kooperation mit der „Abteilung Handlungspotential“. Ihr könnt das Ganze entweder als Broschüre ausdrucken und irgendwo hinhängen, oder es online verteilen. Auf Wunsch der Katze stellen wir es euch auch auf unserer Seite zur Verfügung. Es handelt auch, aber nicht nur, von armen Künstler:innen. CindyCat lässt sich nicht mit Grundeinkommen abspeisen, sie ist utopisch drauf! Auffällig sind die vielen SystemreleWanzen.
Dateien zum Download: Broschüre dt. / Seiten dt. / brochure engl. / pages engl.

 

 

Update Corona: Arbeitsrecht, Nachbarschaftshilfe, politisches

Wird laufend aktualisiert, letztes Update: 20. April, 13 Uhr

Inhalt: 1. Arbeitsrecht & Corona | 2. Erwerbslosigkeit & Corona | 3. Beratungen und Dienste der FAU Dresden während Corona | 4. Übersicht von Nachbarschaftshilfe in Dresden | 5. Übersicht von Hilfsfonds für Beschäftigte & Soloselbstständige | 6. Beratungsnummern und Hilfsstellen (u.a. häusliche Gewalt) 7. Corona und Polizeistaat | 8. weiteres Interessantes

Arbeitsrecht und Corona, Krankschreibungen

Auf der Seite der Bundes-FAU findet ihr aktuell Sammlungen zu Regelungen bzgl. Arbeitsrecht, Recht für Soloselbstständige und vieles mehr. Aktuell ist manches aufgrund der dynamischen Lage noch etwas unsortiert oder gedoppelt – das wird sicher in den nächsten Tagen besser. Sollten Fragen unbeantwortet bleiben, stellt sie uns gerne, wir suchen eine Antwort und nehmen die Fragen mit auf.

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Bevor die Krise so richtig einschlägt: Jetzt eure gewerkschaftlichen Verhältnisse regeln!

Die Corona-Krise verändert die Welt. Überall kämpfen Kolleg_innen des medizinischen Personals heute mit prekären Mitteln um das Leben von Patient_innen. Der Ausverkauf der Gesundheitssysteme in den letzten Jahren fordert heute die Leben tausender. Noch viel mehr Menschen gehen wirtschaftlich und emotional ungewissen Zeiten entgegen.

Die letzte Krise ist noch nicht lange her, ihre Folgen sind heute noch überall zu spüren. Die neue Krise die uns nun bevorsteht wird vermutlich ebenso schlimm, wenn nicht schlimmer als die letzte.

Es werden nicht “nur” weiterhin viele Menschen an dem Virus erkranken und sterben. Wir werden auch nicht “nur” in unseren physischen Kontakten oder in der Nutzung des öffentlichen Raums eingeschränkt sein. Was wir außerdem erleben werden, wird höchstwahrscheinlich ein weiterer Abbau der Sozialsysteme sein, eine Ausweitung der unsicheren Beschäftigungsformen, mehr Druck bei staatlichen Transferleistungen, eine Einschränkung der Arbeits- und Bürger_innenrechte, eine Ausweitung von Überwachung und Strafe. Nicht unwahrscheinlich ist, dass dies begleitet sein wird von nationalistischem Populismus und einer allgemeinen Hetze gegen Migrant_innen und Erwerbslose sowie der Verschärfung sexistischer Herrschaft und Gewalt.¹ Vieles davon geschieht bereits.

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Aussetzen der Alternativen Schüler_innenvernetzung

Liebe Sympathisant_innen,

nach einigen Diskussionen haben wir uns als Schwarze Rose dazu entschlossen, dass wir die Alternative Schüler_innenvernetzung für Mittwoch absagen. Auch wenn Jugendliche nicht zur Hauptrisiko-Gruppe gehören, übertragen wir das Corona-Virus doch weiter und gefährden damit andere Menschen massiv. Wenn wir den Virolog_innen¹ glauben, dann ist soziale Distanznahme, also das Vermeiden von Kontakten zu anderen Menschen, gerade das einzige Mittel um die Überlastung des Gesundheits-Systems und damit auch die Todesrate zu minimieren.

Beim feministischen Streikmobil forderten wir bessere Sexualaufklärung und verteilten Kondome mit der Forderung nach freiem Zugang zu Verhütungsmitteln und gesundheitlicher Aufklärung. Bei den Fridays-For-Future-Demonstrationen fordern wir immer wieder ein, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Klima-Katastrophe ernst genommen werden und es so schnell wie möglich einen radikalen Wandel braucht um sie einzudämmen.
Es wäre widersinnig in der jetzigen Situation mit Blick auf die Erfahrungen in China, Italien und Iran die Erkenntnisse der Expert_innen zu ignorieren und so weiter zu machen wie bisher.

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Auch dieses Jahr – Streik und Protest am 8. März!

Wie schon in den letzten Jahren nehmen wir aktiv an den Aktionen und Protesten rund um den 8. März teil.

Zusammen mit dem feministischen und Frauenstreiknetzwerks Dresden veranstalten wir im Vorfeld drei Lesungen:

– 11.02., 18:00 Uhr @ Stadtbibliothek Neustadt: Frauen der Novemberrevolution. Kontinuitäten des Vergessens. Lesung, Vortrag und Diskussion mit Dania Alasti
– 20.02., 19:00 Uhr @ Motorenhalle (riesa efau): Beziehungsweise Revolution. 1917, 1968 und kommende. Lesung und Diskussion mit Bini Adamczak
– 27.02., 19:00 Uhr @ Projekttheater: Fuck up + Unwork = Streik? Lesung und Diskussion mit Luise Meier (MRX Maschine)

Ihr findet uns dort am Infostand!

Am 06.03. geht die Schüler_innengewerkschaft Schwarze Rose mit dem Streikmobil auf Tour durch Dresden. Weiter lesen „Auch dieses Jahr – Streik und Protest am 8. März!“

Kundgebung am 17.1. abgesagt – FAU Jena erzielt Einigung im Lohnkonflikt mit der PPT

Unser Schwestersyndikat Jena konnte am letzten Donnerstag eine Einigung mit dem Reinigungskonzern PPT erzielen. Der durch zahlreiche angemeldete Kundgebungen an verschiedenen Standorten und weitere Aktionen aufgebaute Druck auf das Unternehmen führte in der Güteverhandlungen um ausgebliebene Lohnzahlungen zu einem Erfolg, so dass wir die geplante Kundgebung am 17.1. wieder abgesagt haben. Es lohnt sich, kämpferisch zu sein!

Stoppt die Lohnprellerei der PPT!

Kundgebung am 17.01.2020

Unsere Schwestergewerkschaft die FAU Jena führt derzeit einen Arbeitskonflikt gegen die Reinigungsfirma PPT Thüringen GmbH, welche zum Firmenkonglomerat der PPT Gruppe gehört. Es bestehen offene
Lohnforderungen von knapp 1.500 € eines migrantischen Gewerkschaftsmitglieds. Zwar ist die Güteverhandlung am 9. Januar um 13:20 Uhr vor dem Arbeitsgericht Gera, wo eine Einigung anstrebt wird, aber aufgrund der vorherigen Erfahrung mit dem Geschäftsführer aller PPT-Firmen Matthias Gundel kann damit nicht gerechnet werden.

Wir unterstützen die FAU Jena und veranstalten eine Kundgebung am 17.01.2020 vor dem Dresdner PPT-Büro.

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12.10.: Gewerkschaft informiert über Scheinselbstständigkeit

12.10. | 18 Uhr | Kosmotique, Martin-Luther-Straße 13 | Dresden-Neustadt

Kellnern, in der Imbissbude verkaufen, Pakete ausliefern, auf dem Bau arbeiten oder putzen. Immer mehr Stellen werden durch Kolleg_innen mit Gewerbeschein besetzt. Meist nicht freiwillig, vielerorts ist sonst gar kein Job zu bekommen. Wir erklären warum diese Praxis nicht nur unseren Arbeitsschutz, unseren Lohn und unsere Arbeitsrechte einschränkt sondern auch warum wir uns u.U. sogar dabei strafbar machen und wie wir in ordentliche Beschäftigungsverhältnisse kommen können. Die Veranstaltung besteht aus einen Input von unserer Gastro-Sektion, danach öffnen wir den Raum für konkrete Beispiele/ eure Fälle und diskutieren Strategien sich als Beschäftigte zu wehren. Dazu gibt es ein Mitbring-Buffet für den Magen. Damit alle frei reden können, sind Chef_innen nicht willkommen, wir machen vom Hausrecht gebrauch.

FAU Dresden erstreitet 2000 € Abfindung für Mitglied

Eine Kündigung nicht einfach zu schlucken, kann sich lohnen. So unterstützte das Allgemeine Syndikat Dresden eines seiner Mitglieder, dass sich gegen eine erfolgte Kündigung vor Gericht wehrte. Der Kollegin wurden 2000 € Abfindung zugesprochen. Dem Unternehmen wurde damit gezeigt, dass es durchaus teuer werden kann, seine Angestellten sang- und klanglos vor die Tür zu setzen.

Das Mitglied war bei einer Leiharbeitsfirma im Bereich Erziehung und Soziales angestellt. Entgegen dem prekären Ruf dieser Branche warb das Unternehmen mit kollegialen Umgang den Angestellten gegenüber, familiärer Atmosphäre und und und.

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