Keine Antworten, schroffer Ton und lange Bearbeitungszeiten sind leider nicht ungewöhnlich beim Jobcenter Dresden. Dass der Antrag für Sozialleistungen unseres Mitgliedes fast vier Monate in Bearbeitung war, sprengt jedoch das Maß. Weil auch der Weiterbewilligungs-Antrag nach zwei Monaten nicht beschieden war, gingen wir mit gewerkschaftlichen Aktionen gegen diese Missstände vor.
Wir forderten die nahtlose Bewilligung von existenzsichernden Sozialleistungen. Die Notlage, die unser Mitglied seit Dezember durchstehen musste, sollte sich nicht wiederholen. Und diese Notlage war heftig:
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- Mittellosigkeit durch aufgebrauchte Ersparnisse
- Verschuldung bei der Krankenversicherung
- Gefährdung der wöchentlichen medizinischen Termine
- Existenz-Ängste, Schlafentzug, chronischer Stress
- Ungezahlte Miete
- Angewiesensein auf Lebensmittel-Spenden und privaten Leihgaben
Damit hat das Amt wissentlich unumkehrbare Folgen provoziert, darunter Wohnungslosigkeit, zermürbte Psyche und finanzielle Verschuldung!
Nachdem das Jobcenter Dresden auf unsere Gesprächsangebote nicht reagierte und Fristen verstrichen ließ, veranstalteten wir einen Infostand vor dem Eingang des Amtes.
Sich zu wehren lohnt sich! Zusammen konnten wir den nötigen Druck ausüben, um den berechtigten Anspruch unseres Mitgliedes durchzusetzen. Das sehen wir als Erfolg gegen Behörden-Willkür.
Wir wissen, dass dies kein Einzelfall war. Die Hetz-Debatten über arme, kranke und behinderte Menschen und die anstehenden Verschlechterungen des Sozialsystems werden solche Missstände weiter eskalieren.
Wir brauchen einen organisierten Zusammenhalt. Wir müssen diese Kämpfe nicht alleine führen. Falls auch du dich langfristig gegen Machtmissbrauch in den Sozialsystemen organisieren willst: Komm zur FAU!

